Willkommen beim SC Hainberg 1980 e.V.

Der andere Verein in Göttingen!

Wir freuen uns, dass Du dich für den SC Hainberg interessierst. ”Sport spricht alle Sprachen und führt die Menschen zusammen”, das ist die Philosophie des Vereins auf den Göttinger Terrassen. Auf unserer Homepage findest Du alles Wissenswerte über unsere Angebote, unsere Location und die Menschen, die den SC Hainberg lebendig machen. 

Vorstand des SC Hainberg 1980 e.V.
© SC Hainberg 1980 e.V.


Dominantes oder nicht dominantes Auge? - Neue Trainingsideen präsentierten Max und seine Mitstreiter Miran, Johann und Florian bei der Einführung ihre Basiskonzeptes

01.09.2020

Hainbergs Jugendtrainer starten in die neue Saison

Juniorteam stellt Basiskonzept mit innovativen Trainingsideen für die G-D-Junioren vor

Mit einer Start-Up-Veranstaltungen sind Hainbergs Jugendtrainer auf die kommende Saison vorbereitet und eingestimmt worden.

Im Mittelpunkt des Treffens stand die Einführung des neuen Basiskonzeptes für die G-D-Junioren. Angefangen bei der Philosophie des Hainbergs enthält das Konzept Gedanken und konkrete Beispiele, wie sich diese auf der Basis von kind- und jugendgerechten Spielkonzepten in Leitbildern und konkreten Tipps in der Planung und Gestaltung eines modernen Jugendtrainings niederschlagen kann.

Vorgestellt wurde das Konzept von den Autoren Johann Behrendt, Florian Härtel, Miran Hamza und Max Hobrecht selbst. Nach einer theoretischen Einführung in die Spiel- und Trainerphilosophie mit Grundsätzen der Trainingsarbeit wurden die Inhalte in Kurzworkshops praktisch umgesetzt. Dabei präsentierte Max seinen Mittrainern auch Aufgaben zur Verbindung von Wahrnehmung, Gehirnjogging und Bewegung um über fordernde Komplexaufgaben die Koordinative Leistungsfähigkeit zu verbessern.

Insgesamt waren 29 von 35 Trainern aller Altersklassen dabei und so ist sich Jugendkoordinator Roman Müller sicher, dass alle neue Impulse für die Trainingsarbeit mitgenommen haben. „Ziel der Schulung war der Kontakt zur den Ideen.“ Das Konzept, dass die Jungs zusammengetragen, enthält denn auch konkrete Trainingsübungen. Das Nachschlagewerk gab es per Datei auf das Handy.

„Ein gutes Training muss vorbereitet werden!“ so die Botschaft des Quartetts, das aktuell zusammen in der A-Jugend spielt: Was sind meine Ziele, was mache ich beim Aufwärmen, welchen Schwerpunkt setzte ich im Hauptteil, wo findet sich der im Schlussteil wieder und worauf möchte ich als Trainer achten (sogenannte Coachingpunkte), diese Punkte sollte sich jeder Trainer vor seinem Training kurz notieren!

Für den Vorsitzenden der Hainberger, Jörg Lohse, ist die Bereitschaft der Jungs auch ein Zeichen für die guten Vorbildarbeit ihrer langjährigen Jugendtrainer wie beispielsweise Lars Willmann, Roman Müller, Helmut Hobrecht oder Richard Jankowiak. „Zudem haben sie bei uns die Chance auch früh Verantwortung zu übernehmen“ so Lohse, der dieses Engagement sehr zu schätzen weiß. Insgesamt sind 12 Jugendtrainer noch selbst in A- oder B-Jugend aktiv. Weitere vier sind aus der Hainberger Jugend hervorgegangen. Den klassischen Ex-Fußballer, der als Vater seinen Sohn trainiert, gibt es dagegen beim Hainberg mit Tobias Stange, Mohammed Mabrouk, Ole Fröhlich, Lars Willmann, Steffen Schulze und Eduard Hecht nur noch sechsmal. Dazu kommen sechs junge Trainer, die über das FSJ oder ihr Engagement in der 1. Herren zum Hainberg gekommen sind.

Das Suchen, Finden und Halten von engagierten und fachlich guten Trainer ist deshalb eine der Hauptaufgaben von Jugendkoordinator Roman Müller, der dabei auf gute Rahmenbedingungen setzt. „Unser Ziel ist auch die ständige Qualifizierung der Jungs. So haben sich fünf für den nächsten Trainer-C-Lehrgang angemeldet, den Lars Willmann zusammen mit Thomas Hellmich vom Kreisfußballverband als Integrationslehrgang mit talentierten Fußballern mit Fluchterfahrung ab Ende September organisiert.

„Toll wäre natürlich, wenn wir die Trainer in ihrer Arbeit mehr beobachten und coachen könnten, doch dafür fehlt es derzeit noch an Personal und Kapazität. Umso mehr freut er sich über das neue Basiskonzept und die damit verbundenen Impulse. Sein Dank galt auch Herrentrainer Lukas Zekas, der einen Einblick in die Technik moderner Spielbeobachtung – und Spielanalyse gab. Die Technik soll demnächst auch bei den Bezirksliga-Teams der Hainberger Jugend zum Einsatz kommen.

Hainbergs Jugendtrainer-Team für die Saison 2020/21 mit den neuen Shirts vom REWE-Markt Steinsgraben

01.09.2020

REWE Am Steinsgraben sorgt für neue Trainershirts

Pfandbonds-Spenden werden von Günther Karsubke aufgestockt

Dank einer Spende von Günter Karsubke (REWE Am Steinsgraben) gehen Hainbergs Jugendtrainer mit einem neuen Trainershirt in die Saison 2020/21.

Vier Monate lang wurde an der Pfandrückgabe Spendenbons für die Jugendarbeit beim SC Hainberg gesammelt. Die fehlende Differenz zum Gesamtbetrag für die Trainershirts steuerte Marktleiter Günter Karsubke bei.

Hainbergs Jugendtrainer sagen „Danke“!

Geschichten der Flucht: Lars Willmann. Foto: Scharf

21.08.2020

„Es gab so viele schöne Momente“

Seit dem Sommer 2015 haben sich in Göttingen Hunderte Menschen für Geflüchtete engagiert – Lars Willmann erinnert sich

GT vom 14.08.2020; Göttingen. Eigentlich wäre Lars Willmann jetzt mit seinen eigenen Kindern im Urlaub. Stattdessen sitzt er vor dem Vereinsheim des SC Hainberg. In seiner Hand ein selbst gemaltes Bild: geflügelte Herzchen und Schnörkel. Ein Dankeschön von einem der Kinder, die an Willmanns integrativem Sommerferienprogramm teilnehmen. Auch wenn der Referent für Sport und Integration ganz sicher Vollprofi in Sachen Kinderbetreuung ist, freut ihn das Geschenk sichtlich.

Der 41-Jährige hat sich an diesem Tag zwischen dem Kindergewusel ein wenig Zeit genommen, um mit dem Tageblatt einen Rückblick auf die Flüchtlingsarbeit der vergangenen fünf Jahre zu werfen. Für eine Bilanz sei es eigentlich zu früh, denn die Arbeit sei noch lange nicht vorbei, sagt er vorab. „Wir haben noch so viel Potenzial bei den Menschen, die zu uns kommen. Das muss noch gehoben werden.“

Es begann im Sommer 2015. Der Vorstand des Vereins mit Sitz auf den Zietenterrassen hatte den Plan gefasst, sich nach seinen Möglichkeiten an der Integration der Geflüchteten zu beteiligen und beispielsweise Sportkurse anzubieten. Doch es sollte anders kommen. Die Sporthalle des SC wurde selbst zur städtischen Unterkunft und der Verein gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz zur festen Anlaufstelle.

Unterkunft aus dem Nichts

„Es passierte alles innerhalb weniger Stunden“, erinnert sich Willmann. Binnen kürzester Zeit stellten das DRK und der SC die Unterkunft für 200 Geflüchtete zur Verfügung. 40 Ehrenamtliche standen umgehend bereit, sorgten für Verpflegung, Beschäftigung und Betreuung. „Wir mussten einen festen Stundenplan machen, weil es so viele Angebote für die Bewohner des Zieten-Camps gab.“

Bilder aus der Vereinsjubiläumszeitung zeigen Tanz-Workshops, Bastelkurse, Angebote in der Funsporthalle, Kochabende und immer wieder Fußball. „Es ist ein Klischee, aber es stimmt absolut: Sport verbindet“, sagt Willmann. Bei Wind und Wetter sei gespielt worden mit bunt gemischten Mannschaften über alle Nationalitäten hinweg. Er zeigt auf ein Foto, auf dem Männer auf Socken und im T-Shirt über den verschneiten Platz des SC rennen. „Wir waren verrückt.“

Krieg, Flucht, Trauma

Es seien diese Momente gewesen, in denen die Menschen ihr Schicksal hätten vergessen können. Und das sei nicht selten kaum zu ertragen gewesen – Krieg, Flucht, Traumata, Verlust der Familie. Ein Vater habe ihm beispielsweise auf seinem Handy das Video von der Enthauptung seiner Kinder gezeigt. Ein anderer war Kindersoldat aus dem Südsudan, der seine fast blinde Frau mit den Kindern allein hatte zurücklassen müssen. Geschichten, die Willmann nach eigener Aussage haben demütig werden lassen.

Bei all dem blieben er und sein Team motiviert, viel Energie und Zeit zu investieren. „Ich war in der Anfangszeit sieben Tage die Woche hier. In Spitzenzeiten waren es 100 Stunden.“ Das wurde auch nicht weniger, als die Einrichtung auf dem Vereinsgelände im März 2016 geschlossen wurde. Denn die gute Zusammenarbeit mit dem DRK setzte sich nahtlos in der neu geschaffenen Unterkunft an der Siekhöhe fort.

Kreativität als Stärke

Die Unterbringung von Flüchtlingen in einer umgebauten Lagerhalle erntete bis zu ihrer Schließung viel Kritik. Willmann sieht rückblickend allerdings lieber das Positive. „Unsere Stärke war die Kreativität. Die brauchten wir aber auch, um mit der räumlichen Situation umzugehen.“ Wurde die fehlende Privatsphäre und der große gemeinsame Aufenthaltsbereich oft als unhaltbarer Zustand beschrieben, bezeichnet er die Situation lieber als „eine Chance auf Integration“.

Ein kleiner Junge kommt an den Tisch, fragt, ob er sich die Spielzeugautos ausleihen darf. Er bekommt sofort Willmanns vollständige Aufmerksamkeit, fünf Autos und ein paar Regeln mit auf den Weg. Der Betreuer kennt wie selbstverständlich jeden Namen der rund 30 Kinder. Sein Blick schweift kurz über das Gelände. Dann dreht er sich wieder um und erzählt von den Freunden, die er durch seine Arbeit gefunden hat.

Auf seinem Handy sind Nachrichten von Menschen, denen er eine Wohnung oder einen Job vermitteln konnte. Kürzlich schickte ein junger Mann das Foto seines Ausbildungsvertrages mit einem großgeschriebenen Dankeschön. Ein anderer rief kürzlich nach fast fünf Jahren an, um sich zu erkundigen, ob es ihm gut geht. „Es gab so viele schöne Momente.“ Doch es gibt auch die negativen. So wurde ein junger Afrikaner, der bereits gut integriert war, im Verein Fußball spielte, vor seinen Augen abgeschoben – an dem Tag, an dem er ihm einen Job besorgt hatte. „Aber wir haben noch Kontakt. Es geht ihm gut.“

Was sind für ihn die wichtigsten Erkenntnisse der letzten fünf Jahre? Gelungene Integration könne nur ganzheitlich und nur mit einem guten Netzwerk funktionieren. Und auch wenn viele Institutionen mittlerweile verschwunden seien und das öffentliche Interesse zurückgehe, sei sie eben nach fünf Jahren noch nicht vorbei, fügt er schließlich an. Die Kinder auf dem Gelände des SC Hainberg wirken wie ein Beleg seiner Aussage.