Willkommen beim SC Hainberg 1980 e.V.

Der andere Verein in Göttingen!

Wir freuen uns, dass Du dich für den SC Hainberg interessierst. ”Sport spricht alle Sprachen und führt die Menschen zusammen”, das ist die Philosophie des Vereins auf den Göttinger Terrassen. Auf unserer Homepage findest Du alles Wissenswerte über unsere Angebote, unsere Location und die Menschen, die den SC Hainberg lebendig machen. 

Vorstand des SC Hainberg 1980 e.V.
© SC Hainberg 1980 e.V.

Josue Kwizera (Bildmitte in blau) traf auch gegen Sparta

12.11.2022

B mit zweitem Sieg in Folge

3:0-Erfolg bei JSG Sparta/ Weende

(rm) Mit einem 3:0-Auswärtssieg bei der JSG Sparta-Weende haben die B-Junioren ihren Aufwärtstrend bestätigt.

Josue Kwizera traf zur frühen Führung (10.). Max Schröter mit seinem fünften Saisontreffer und Kapitän Titus Moog bauten den Vorsprung bis zur Pause aus.

Nach dem Wechsel wurde die Partie unruhiger und zerfahrener. So blieb es am Ende beim klaren Erfolg der Hainberger, durch den sie sich in der Kreisliga auf Platz 6 verbesserten. Bis zur Winterpause stehen für das Team von Lukas Lukas und Mo Taboure noch drei Spiele auf dem Programm. Mit den gezeigten Leistungen und der Motivation der jüngsten Erfolge könnte es für die Hainberger durchaus noch etwas weiter nach oben gehen.

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Packendes Duel vor der Hainberger Bank: Hainbergs Jeremias Klasen behauptet den Ball beobachtet von seinen Mitspielern und Trainer Pepe Huenges (oben rechts)

12.11.2022

A unterliegt Bovenden nach guten Start

2:6 nach 2-0-Führung

(rm) Hainbergs A-Junioren haben ihr letztes Spiel vor der Winterpause verloren. Gegen den Bovender SVH verlor das Team von Pepe Huenges und Alen Mehmedovic mi 2:6 Toren.

Dabei lagen die Hainberger nach einer Viertelstunde und Toren von Ben Hennemuth und Julius Jung schon mit 2:0 in Führung. Die Gäste aus Bovenden erholten sich von dem Rückstand aber von Minute zu Minute besser. Hainberg stand nun tiefer und fing sich dadurch auch viele Freisöße vor dem eigenen Strafraum.

Drei davon nutzen der Tabellenzweite zur erstmaligen Führung nach 60 Minuten. Die Gäste waren fortan das selbstbewusstere Team und erzielten durch den Ex-Hainberger Sam Morshedi nach 67 Minuten das vorentscheidende 4:2. Die Hainberger blieben bei ihrer Linie, das Spiel aus der eigenen Abwehr aufzubauen, wobei viele Angriffe über den quirligen Mahdi Amiri liefen. Doch es fehlte der gefährliche Pass in die Box. Stattdessen gelang Bovenden noch zwei weitere Treffer zu einem letztlich verdienten Sieg, der deutlich zu hoch ausfiel.

Damit überwintern Hainbergs A-Junioren in der Kreisliga auf Platz 5. Weiter geht es im April nächsten Jahres, dann wieder mit ihrem etwamäßigen Keeper Cedric Heußiger, der in den letzten Spielen von Feldspieler Felix Feuerstein verteten wurde. "Felix hat seine Sache trotz der Gegentore sehr gut gemacht. Respekt, dass er sich dieser Aufgabe gestellt hat!" gab es ein Extralob für ihn von seinen Trainern.

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Hainbergs Vorsitzender Jörg Lohse bei der Begrüßung von Neven Subotic

07.11.2022

Eine Lesung wie ein spannendes Fußballspiel

Göttinger Literaturherbst: Ex-Fußball-Profi Neven Subotic stellt sein Buch „Alles geben“ in der Funsporthalle vor

GT, Samstag, 05.11.22, von Manuel Kopp.

Die Göttinger Funsporthalle ist der perfekte Ort für den Auftritt von Neven Subotic. Der Göttinger Literaturherbst ist zu Gast beim SC Hainberg, einem Sportverein der für Integration steht. Und so passt die Umgebung zur Lesung des ehemaligen Profifußballers, dem der Kampf für globale Gerechtigkeit eine Herzensangelegenheit ist. Das wird auch in der Unterzeile seines Buchs „Alles geben“ deutlich. Diese lautet: Warum der Weg zu einer gerechteren Welt bei uns selbst anfängt.

Die Atmosphäre in der Funsporthalle ist locker, die Altersstruktur des Publikums ist durchmischt. Einige Trikots des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund sind zu sehen. Kein Wunder, es ist der Verein, mit dem der heute 33-Jährige seine größten Erfolge feierte. Und Subotic beginnt auch gleich mit einem Vergleich zu seiner Sportart, die ihn berühmt gemacht hat: „Die Lesung geht über 90 Minuten. Leute, die sich mit Fußball auskennen, können jetzt abschätzen wie lange es dauert.“ Allerdings schiebt er gleich hinterher: „Es gibt keine Halbzeitpause, aber wir werden zwischendurch singen.“

Keine normale Fußballer-Biografie

So sympathisch leitet er das Publikum durch den gesamten Abend. Er liest insgesamt fünf Kapitel seines Buchs, das zusammen mit der Autorin Sonja Hartwig entstanden ist. Es wird schnell klar: Das ist keine normale Fußballer-Biografie. Auch wenn der rote Faden durch den Abend sein Leben ist. Es beginnt mit seiner Kindheit im Schwarzwald. Als Flüchtling aus Jugoslawien wächst er in einfachen Verhältnissen auf. Seine Mutter als Putzfrau und sein Vater mit Gelegenheitsjobs versorgen die Familie mit zwei Kindern. Was an Geld überbleibt, wird in Hilfstransporte in die Heimat gesteckt. Das klappt auch, weil sie, ohne Miete zu zahlen, bei „Frau Stumpf“, wie Subotic sie nennt, wohnen dürfen. Nach zehn Jahren läuft die Duldung in Deutschland aus. „Es war ein Schock, wir mussten das komplette Zuhause aufgeben“, sagt der 33-Jährige. Die Familie muss aber nicht nach Jugoslawien zurück, sondern darf in die USA ziehen. „Wir hatten auch dort Glück, Menschen zu finden, die Integration leben – wie es Frau Stumpf und der Verein hier machen“, sagt Subotic und lobt damit den SC Hainberg.

Auch in den USA lebt die Familie an der Armutsgrenze. Subotic spielt erst auf „niedrigstem Niveau“ Fußball, bis er plötzlich Jugendnationalspieler wird. Von da an geht seine Karriere steil bergauf. Mit 17 Jahren unterschreibt er einen Vertrag beim FSV Mainz 05 – sein Trainer ist Jürgen Klopp. „Plötzlich war ich in der Profiwelt. Ich bekam viel Geld für einen coolen Job“, sagt Subotic.

Als Klopp 2008 zu Borussia Dortmund wechselt, nimmt er seinen Innenverteidiger gleich mit. Bevor Subotic mit dem nächsten Kapitel weitermacht, sagt er zum Publikum: „Wenn wir vorher im ersten Gang im Auto gefahren sind, schalten wir jetzt in den fünften.“ Der 33-Jährige liest vor, dass seine Ablöse bei drei Millionen Euro lag, er schnell eine Sonderzahlung von 100 000 Euro bekam. Mit dem hohen Gehalt änderte er auch schlagartig seinen Lebensstil. „Es war ein Leben wie in einem Rap-Video“, sagt Subotic. Er zog in eine Villa mit Gemälden an der Wand, die ihn eigentlich gar nicht interessierten. Er kaufte sich zwei Luxus-Autos, flog mit einem Freund in den Urlaub noch Dubai und mietete sich dort einen Ferrari. „Für junge Leute hier hört sich das vielleicht cool an, aber das war es nur bedingt. Es war vergeudete Zeit. Ich habe so viel Geld für Dreck ausgegeben“, kritisiert sich Subotic selbst.

Er habe das gemacht, weil er dachte, dass dies von ihm als reichem Mann erwartet wird. Er verhielt sich so, wie die Teamkollegen um ihn herum. Er vergleicht seine erste Phase als Fußballprofi immer wieder mit der Fahrt in einem Sportwagen auf der Autobahn. „Ich sitze bei 300 Stundenkilometern im Auto. An der Autobahn stehen 80 000 Leute und feuern mich an. Ich sehe keine Warnsignale, habe keinen Kompass und drücke das Gaspedal einfach immer weiter durch.“

Gesungen wird in der Funsporthalle dann beim Vorlesen des nächsten Kapitels. Als Subotic mit dem BVB zum ersten Mal Deutscher Meister wird, fährt er kurz nach dem Abpfiff mit Freunden in die Stadt. In der Menschenmenge steigt er auf das Dach seines Sportwagens und singt dort mit den Anhängern. Bei der „Humba“ und dem BVB-Lied „Wer wird Deutscher Meister?“ nach der Melodie von Pipi Langstrumpf stimmen auch viele Zuhörer der Lesung mit ein. Subotic sagt mit einem breiten Lächeln: „Das ist hier doch kein Konzert, sondern eine Lesung.“ Aber nicht ohne gleich nachzuschieben: „Danke fürs Mitmachen.“ Er ist sehr höflich.

So bringt Subotic mit seiner ruhigen, humorvollen Art die Zuschauer trotz des grundsätzlich ernsten Themas immer mal wieder zum Lachen. Der Abend ist wie ein spannendes Fußballspiel. Kurzweilig. Emotional. Unterhaltsam. Subotic sorgt aber nicht nur für gute Stimmung – er bringt sein Publikum am Ende der zweiten Hälfte zum Nachdenken.

Gründung einer Stiftung vor zehn Jahren

In den letzten zwei Kapiteln, die er liest, geht es um seinen Wandel. Noch als BVB-Profi lernt er eine Philosophie-Studentin kennen und seine Freundin, die Literaturwissenschaft studiert. Auf einmal bemerkt er: „Mein Lebensstil war so weit weg von dem, was ich von meinen Eltern vorgelebt bekommen hatte. Ich war so weit weg von dem, wie ich als Mensch eigentlich sein wollte.“ Er krempelt sein Leben um, will anderen Menschen helfen und gründet eine Stiftung, die es jetzt schon seit zehn Jahren gibt. Sie setzt sich für das Recht der Menschen auf Zugang zu Trinkwasser ein – beispielsweise in Äthiopien.

Subotic geht aber noch weiter, beschäftigt sich mit der Kolonialzeit und den Auswirkungen auf Afrika. Er kritisiert, dass sich die Industriestaaten moralisch überlegen fühlen, deren Vorsprung aber nur auf der Grundlage von wirtschaftlicher Ausbeutung existieren würde. „Nur weil sie so arm sind, können wir so reich sein“, sagt Subotic. „Wir müssen uns als globale Gemeinschaft verstehen, uns gänzlich für globale Gerechtigkeit einsetzen.“ Er schränkt aber auch ein: „Ich lebe in derselben Realität wie ihr. Ich mach dieselben Fehler, bin nicht perfekt.“

Bleibt noch die Sache mit den Sportwagen. „Es war sinnloses Anwenden von Zeit und Geld. Ich war eigentlich nie ein Auto-Fan. Ich habe jetzt noch nicht mal mehr ein Auto und komme super damit zurecht“, sagt Subotic.