24.04.2020

A-Junior Jona Willms: „In dieser Situation gibt es nicht die beste Lösung“

Schüler der IGS Geismar legt unter besonderen Voraussetzungen sein Abitur ab und möchte Jugendtrainer beim Hainberg werden

Jona Willms ist Schüler an der IGS Geismar und plant im Sommer seinen Einstieg ins Trainergeschäft der Hainberger Jugend

GT vom 24.04.2020, von Vicky Schwarze

Das Abitur in der Tasche haben, den Abiball genießen, einfach einmal unbeschwert sein und Zeit haben. Fußball spielen, die C-Lizenz machen, vielleicht sogar eine Mannschaft trainieren – mit solchen Dingen wollte sich der Göttinger Jona Willms nach seiner Schulzeit an der IGS Geismar beschäftigen. Unbeschwert ist der 19-Jährige schon längere Zeit nicht mehr, nämlich seitdem feststeht, dass die Abiturprüfungen alles andere als normal ablaufen werden.

Von einem „großen Schock“ spricht Willms, der beim SC Hainberg in der A-Jugend spielt und dort Kapitän ist („die Saison hat ja auch einen anderen Verlauf genommen, als wir das gedacht haben“), als er davon erfuhr, dass die Schulen geschlossen werden. Freude darüber konnte er im Gegensatz zu einigen anderen nicht empfinden, ganz im Gegenteil. „Man hätte sich gefreut, dass man vor dem Abitur noch zwei Wochen die Regelmäßigkeit des Lernens gehabt hätte. Ich hätte das superwichtig gefunden“, erzählt er, der sein Abitur in Mathe, Chemie und Erdkunde ablegen wird.

Ob er sich freut, dass am 27. April der Unterricht wieder anläuft? „Ich bin da sehr im Zwiespalt. Auf der einen Seite sind es ja freiwillige Termine, die man eigentlich nicht verpassen möchte, auf der anderen Seite setzt man sich auch dem Risiko aus. Denn niemand weiß ja so ganz genau, wie es eigentlich alles ablaufen wird.“

Hände desinfizieren, bei einer mehrstündigen Abiklausur einen Mundschutz tragen, kein Kontakt mit den Mitschülern – für ihn schwer vorstellbar. „Man kann sich nicht einmal abklatschen“, empfindet Willms, der Mitglied in der IGS-Bigband ist („Ich spiele Posaune, nicht besonders gut, aber mit viel Spaß“), die Situation als ausgesprochen belastend.

„Ich habe zwar in meiner Familie niemanden, der zur Risikogruppe gehört. Aber wenn ich mir vorstelle, dass meine Mutter dazu gehören würde, und ich sie anstecken würde, hat das schon etwas sehr Erschreckendes“, verdeutlicht er. Von seinen Großeltern hält er sich weitestgehend fern, geht ihnen aber mit Gefälligkeiten wie Einkaufen zur Hand. „Meinem Großvater habe ich Erde für sein Hochbeet besorgt, damit er sich im Garten beschäftigen kann.“

Über das sogenannte „Durchschnittsabitur“ ist innerhalb seines Jahrgangs auch diskutiert worden. Gerade, als sich die Situation immer mehr zugespitzt hat. „Als ich gesehen habe, dass man in Spanien aus einer Eishalle eine Leichenhalle gemacht hat, da war ich schon sehr schockiert. Natürlich möchte ich gern mein Abitur schreiben, immerhin hat man die ganze Zeit daraufhingearbeitet. Es gibt einfach in dieser Situation keine beste Lösung“, stellt Willms klar.

Was ihn im Vorfeld der Prüfungen mit am allermeisten belastet, ist der Umstand, dass es nicht möglich ist, sich zur Vorbereitung in Lerngruppen zu treffen. „Ich habe beispielsweise für das Vorabi nur in Lerngruppen gelernt. Ich könnte mich gar nicht erinnern, wann ich einmal allein gelernt habe. Wir haben uns gegenseitig motiviert“, erinnert sich Willms.

Nun bemüht er sich mehrere Stunden am Tag, den Stoff zu vertiefen. „Es geht sehr schleppend voran“, gibt er unumwunden zu. Eines weiß er ganz genau: Er muss die negativen Gedanken möglichst schnell aus seinem Kopf bekommen, da sie ihn mehr behindern als ihm nützen. Denn trotz der schwierigen Ausgangslage möchte er ein gutes Abi ablegen und dafür kämpfen.

Sich für etwas einsetzen und dafür kämpfen, diese Eigenschaften schätzt er bei seinem sportlichen Vorbild, Joshua Kimmich vom FC Bayern München. „Der kämpft immer und setzt sich 100 Prozent ein, ist absolut fokussiert. Das macht ihn so sympathisch“, findet Willms, der eigentlich Fan des SV Werder Bremen ist – „läuft im Moment nicht so gut“.

Einen guten Verlauf wünscht Willms sich im Mai, wenn die ersten Prüfungen anstehen, für sich und seine Mit- schüler. Und will versuchen, bis dahin stets fokussiert zu bleiben, wie sein Vorbild.

13.04.2020

Hainbergs neue "Mitglieder"

Projekt Hainberger Honig gestartet

Trotz Corona-Sperre der Sportanlagen brummt und summt es derzeit bei Hainbergs neuen Mitgliedern.

(rm) Seit Ostersonntag hat der SC Hainberg zahlreiche neue Mitglieder, überwiegend weiblich und ungeachtet von Corvid 19 dicht gedrängt lebend.

Der Ursprung liegt letztlich in der Sperrung des „Hainberger Benabeu-Platzes“ hinter den beiden Kunstrasenplätzen. Als Ausweichfläche bei gesperrtem Hauptplatz genutzt, fand das Trainingstreiben nicht so recht Anklang in der Nachbarschaft. Die Folge war letztlich die Sperrung der Trainingswiese und Umwidmung in eine Naturschutzfläche mit Streuobstwiese.

Hainberg wäre nicht Hainberg, wenn es aus diesem Problem nicht eine Chance gemacht hätte. Es dauerte zwar ein bisschen, doch irgendwann saßen Arne Labitzke, seit 20 jahren Hainberger und selbst Anwohner, sowie Hainbergs "Thinktank" Andre Pfitzner beim Kaffee und sinnierten über die Fläche, die mittlerweile mit Obstbäumen bepflanzt worden war. Die Idee, dort Bienen anzusiedeln wurde geboren.  

Getreu dem Motto „Allein arbeiten heißt addieren, zusammenarbeiten heißt multiplizieren“ wurde die Idee ins Land getragen, genauer gesagt in die Geschwister-Scholl-Gesamtschule. „Es dauerte nicht lange und ich bekam von einem Kollegen den Kontakt zu einem befreundeten Imker vermittelt.“ berichtet Arne Labitzke. Die GÖSF reagierte auf die Anfrage der Hainberger hocherfreut. Sowohl der scheidende Geschäftsführer Alexander Frey also auch sein Nachfolger Andreas Gruber waren begeistert und gaben grünes Licht.

Als der Göttinger Hobby-Imker Niklas Benito die Situation vor Ort geprüft hatte, wurden die „Beuten“ (die Wohnhäuser der Bienen) bestellt und am Ostersonntag dann auf dem westlichen Teil der Fläche aufgestellt. Die vier Bienenvölker stammen aus Einbeck. Benito, der aus Rehren (Schaumburger Land) stammt über einen Freund zur Imkerei kam, rechnet bei den Ernten mit rund 20 kg/Volk/ Jahr und erklärt. „Es gibt zwei Ernten. Eine Frühtracht Ende Mai und eine Sommertracht Ende Juni“. Das Schleudern, also das Aussieben des Honigs erfolge in der Werkstatt eines befreundeten Imkers. „Nach viel Rühren kann es dann in Gläser gefüllt werden!“ erläutert Benito den Produktionsprozess. Den Druck der Etiketten für den Verkauf als Hainberger Honigs als Blütenhonig (u.a. mit Kastanie, Raps, Linde) organisiert voraussichtlich Arne Labitzke. „Wir sprechen das aber noch genau ab!“

Nun sind die Hainberger Bienen fleißig unterwegs. „Das Fluggebiet hat einen Radius von 3 km“ erklärte Arne Labitzke auf Anfrage, was in etwas mehr ist als das Kerneinzugsgebiet des Zietenclubs. „Ein bisschen PR darüber hinaus schadet ja nicht“ meint Andre Pfitzner. Arne und er hoffen nun, dass es in diesem Jahr schon den ersten Hainberger Honig gibt, passend zum 40. Geburtstag des Vereins.

Wer Hainbergs neue Mitglieder mal hören möchte, der findet auf Instagramm eine erste Live-Aufnahme von Lukas Zekas. (Link zum Anklicken siehe unten!)

 

 

 

Live-Bilder auf Instgramm

13.02.2020

Generation Hainberg – Start-Up Juniorcoaches

REWE-Märkte Riethmüller und Karsubke unterstützen Jugendtrainer

Florian Härtel, Johann Behrendt und Max Hobrecht (vorn Bildmitte) sind drei von vielen jungen Hainberger Trainertalenten

(rm) Der SC Hainberg investiert nicht nur in Steine sondern auch in Köpfe! Mit dem Projekt „Start-Up-Juniorcoaches“ möchte der Zietenclub insbesondere seinen Trainernachwuchs unterstützen. Von den 37 Jugendtrainern in den 17 Teams beim SC Hainberg sind derzeit 23 unter 21 Jahren. 16 davon sind aktuelle Jugendspieler von den C-A-Junioren.

Trotz eigener fußballerischer Karriere, Schule oder Ausbildung sind sie verlässlich am Start und entwickeln ihre derzeit Mannschaften mit großem Erfolg weiter. Hinzu kommen die Organisation von Fußballcamps und eigener Turniere.  Fünf Mannschaften haben ältere Teamkoordinatoren im Hintergrund, die den „Jungen“ den organisatorischen Rücken freihalten und ihnen als Mentoren dienen.

„Diese Situation macht uns sehr zufrieden und bedeutet gleichzeitig eine große Herausforderung“ meint Jugendkoordinator Roman Müller und ergänzt: „Wir möchten ihre Entwicklung als Trainer auf verschiedenen Ebenen unterstützen. Dafür brauchen wir neue Ideen, Personen und finanzielle Unterstützung.“

Diese kommt bereits jetzt von den beiden REWE-Märkten im Einzugsbereich. Andre Riethmüller (REWE Geismar/ Reinhäuser Landstraße) und Günter Karsubke (REWE Steinsgraben) sammeln derzeit Pfandbons, die dem Hainberger Projekt „Start-Up-Juniorcoaches“ zu Gute kommen.

Die erste Übergabe der eingeworbenen Spenden erfolgt am Samstag, 22. Februar um 09:00 Uhr vor dem REWE-Markt in Geismar. Diese wird in die mediale Ausstattung der neuen Räume beim SC Hainberg investiert. Neben neuen sportlichen Angeboten soll vor allem der Raum „Zukunft“ für Trainerfortbildungen und Teambesprechungen zur Verfügung stehen.