07.04.2026

Gnadenlos effektiv!

Fußball-Bezirkspokal: SC Hainberg gewinnt mit 3:1 gegen Landesligist 1. SC Göttingen 05

Alex Tjivera jubelt mit seinen Mitspielern nach dem entscheidenden 3:1 kurz vor dem Ende

Foto Swen Pförtner

GT/ Gunnar Lonnemann.

Sowohl für den SC Hainberg als auch für den 1. SC Göttingen 05 stand ein intensives Fußballwochenende um die Ostertage an. Zunächst waren beide Teams am Samstag in der Liga gefordert. Dabei kassierte der Landesligist Göttingen 05 eine 0:3-Niederlage beim SSV Kästorf. Der Bezirksligist SC Hainberg gewann sein Heimspiel gegen den SV Rotenberg mit 3:0.

Am Ostermontag kämpften die beiden Göttinger Teams dann um den Einzug ins Bezirkspokal-Viertelfinale – mit dem besseren Ende für den Außenseiter. „Das war von uns zu wenig. Wir wussten, dass wir nicht viele Chancen bekommen würden. Zur Niederlage haben die Fehler geführt, nicht der fehlende Wille“, sagte 05-Trainer Jozo Brinkwerth.

Das Derby am Feiertag zog rund 400 Fans auf die Sportanlage auf den Zietenterrassen. „Das war eine unfassbare Atmosphäre. Wir haben es sehr genossen, vor dieser Kulisse zu spielen“, freute sich SCH-Trainer Timm Wünsch.

Die große Frage war: Gibt es die zweite Pokalüberraschung des Wochenendes? Denn bereits am Samstag setzte sich mit dem Bezirksligisten SG Bergdörfer der vermeintliche Außenseiter gegen den Landesligisten FC Eintracht Northeim mit 4:3 nach dem Elfmeterschießen durch.

Auch zwischen dem SC Hainberg und Göttingen 05 war die Favoritenrolle klar verteilt. Dennoch war das Pokalspiel mit einer Umstellung für den Landesligisten verbunden. Den Großteil der Spiele sowie Trainingseinheiten in den letzten Wochen absolvierten die 05er auf Kunstrasen. „Es ist ein Nachteil für uns, dass wir auf Rasen spielen“, sagte 05-Trainer Brinkwerth vor der Partie. Dass seine Mannschaft auf dem Naturrasen nicht eingespielt ist, unterstrich die Niederlage am Samstag in Kästorf. Gegen den SSV hatten die Schwarz-Gelben Probleme, das gewohnt flüssige Passspiel aufzuziehen.

Erste Chance, erstes Tor

Dennoch übernahm Göttingen 05 vom Anstoß weg mit viel Ballbesitz die Spielkontrolle. Kapitän Jannis Wenzel forderte SCH-Torwart Justus Mühlhausen mit einem Schuss aus halbrechter Position zu einer ersten Parade (5.). Anschließend meldeten sich auch die Hainberger an. Kapitän Paavo-Maximilian Gundlach probierte es mit einem Freistoß aus großer Distanz, doch der Schuss stellte 05-Keeper Fabian Sündram vor keine Probleme.

Dennoch mussten die Gäste auf der Hut sein, denn der Bezirksligist schaltete blitzschnell um und suchte immer wieder die pfeilschnellen Angreifer Boris Munyurwa und Alexander Donnelly Tjivera. „Wir haben mit den beiden die schnellsten Spieler der Bezirksliga. Wenn die beiden ins Laufen kommen, sind sie nicht zu stoppen“, sagte SCH-Trainer Wünsch. Dazu haben die Hainberger mit Leighton Ceinwen Mc Galty den zweitbesten Torjäger der Bezirksliga in ihrer Mannschaft.

Jene Sturmreihe der Hainberger brachte auch die Führung. Der SCH erkämpfte sich nach einem Abwehrfehler der 05er den Ball. Mc Galty zog ungestört in den Strafraum und legte dort gekonnt auf Munyurwa ab, der den Ball nur noch ins leere Tor einschieben musste (19.). Fast hätten die Gäste kurz darauf geantwortet. Doch Mühlhausen faustete eine scharf getretene Ecke im letzten Moment von der Linie (24.).

Der Favorit war bemüht, noch vor der Pause auszugleichen – und hatte kurz vor dem Halbzeitpfiff die große Chance. Lennart Sieburg zog ab, doch der Abschluss sprang von der Latte ins Toraus (45.). So blieb es bei der knappen Halbzeitführung für den Außenseiter.

Nach der Pause drückte 05 weiter auf den Ausgleich. Die Hainberger verteidigten tief in der eigenen Hälfte und warteten auf Kontergelegenheiten. Das Abwehrbollwerk der Gastgeber hielt auch nach dem Seitenwechsel. Großchancen des Favoriten waren weiterhin Mangelware. Stattdessen verflachte die Partie zunehmend und war von Zweikämpfen geprägt.

Trotzdem sorgten die Hausherren mit ihren schnellen Stürmern mehrfach für Unruhe in der 05-Abwehr. Tjivera hatte nach einem Konter die Schusschance, doch er setzte seinen Abschluss direkt auf 05-Torwart Sündram (64.). Aber die Hainberger blieben dran und witterten ihre Chance. Tjivera flankte den Ball ins Zentrum, wo Munyurwa zwar verpasste, aber Mc Galty den Ball annahm und auf 2:0 erhöhte (71.).

Der Landesligist war gefordert und antwortete dieses Mal postwendend. Einen Abschluss aus dem Rückraum ließ SCH-Keeper Mühlhausen nach vorn prallen und Jonah Wenzel staubte zum 2:1 ab (74.). Die Spannung war zurück, die 05er liefen weiter an und kassierten das dritte Gegentor. 05-Torwart Sündram vertändelte 40 Meter vor seinem Kasten den Ball. Tjivera nahm das Geschenk an, rannte alleine auf das leere Tor zu und schob zum Siegtreffer ein (87.). „Wir haben drei Fehler zu viel gemacht“, bilanzierte Brinkwerth.

Der 1. SC Göttingen 05 verpasst mit dem Pokalaus auch das passende Abschiedsgeschenk für 05-Trainer Brinkwerth. Der Coach hört nach viereinhalb Jahren an der Seitenlinie bekanntlich zum Ende der Saison auf. Anschließend übernehmen Jan Baruschka und Jan Diederich das Team.

Brinkwerth schaffte vor zwei Jahren den Bezirkspokalsieg mit Göttingen 05. Die Schwarz-Gelben setzten sich im Finale im Elfmeterschießen gegen den TSC Vahdet Braunschweig durch. Ein weiterer Erfolg kommt nach dem Ausscheiden nun aber nicht hinzu. Der SC Hainberg zieht stattdessen ins Viertelfinale ein und trifft dort auf Landesligist FT Braunschweig.


Quellenangabe: Göttinger Tageblatt vom 07.04.2026, Seite 24

12.03.2026

Punkteteilung nach zwei verschossenen Elfmetern

Fußball-Bezirksliga: SC Hainberg und RSV Geismar trennen sich 2:2

Damian Pampos (l), hier im Zweikampf mit Hainbergs Lukas Lukas

Foto: Niklas Richter (GT)

GT/ Eric Baumann: Der Spitzenreiter der Fußball-Bezirksliga, TSV Landolfshausen/Seulingen, musste am Wochenende zum zweiten Mal in Folge aufgrund der Platzverhältnisse pausieren. Dadurch bot sich dem SC Hainberg die große Chance, die Tabellenführung zu übernehmen. Durch das 2:2 beim RSV Geismar, das gleiche Ergebnis wie im Hinspiel, gelang dies auch, richtige Zufriedenheit machte sich aber nicht breit.

„Nachdem wir das 2:2 kassiert hatten, hätte ich eigentlich erwartet, dass wir die letzten zehn Minuten noch einmal richtig aufdrehen und das Spiel ziehen. Aber wir konnten leider nicht mehr wirklich Druck aufbauen“, sagte der Hainberger Coach Oliver Hille kurz nach dem Spiel. Auch mit der Anfangsphase des Spiels konnte er nicht zufrieden sein, denn in der ersten Viertelstunde zeigten sich nur die Gastgeber in der Offensive.

Geismars Einwurfstärke führt zur frühen Führung

In der neunten Minute sorgte ein weiter Einwurf von Lennart Daube für die Führung. Der Rechtsverteidiger wuchtete das Spielgerät von der linken Außenseite bis tief in den Strafraum. Der Ball segelte gefühlte drei Sekunden durch die Luft. Trotzdem verschätzten sich alle Verteidiger des SCH. Damian Esteban Pachon Campos hatte noch Zeit, den Ball anzunehmen und überlegt einzuschieben.

Kurz darauf sorgte ein weiterer Einwurf von Daube für Gefahr im Sechzehner der Gäste. Der Abschluss von Daniel Jühne wurde aber ins Toraus abgefälscht. „Wir wissen, dass Lennarts Einwürfe eine Waffe für uns sind. So haben wir in dieser Saison schon einige Tore erzielt“, sagte Geismars Trainer Lasse Ahl, der sich nach zwei weiteren vergebenen Chancen von Campos (15.) und Johannes-Bernard-Friedrich Buschermöhle (16.) aber auch über die Chancenverwertung ärgerte. „Wenn wir direkt nachlegen, kann das Spiel einen anderen Verlauf nehmen.“

Traumtor zum Ausgleich

So arbeitete sich der SCH zurück ins Spiel. Durch ein Missverständnis in der RSV-Abwehrkette tauchte Finn Zapkau plötzlich vor dem Tor von Geismar auf. Der herauseilende Darius Rohleder bekam aber noch eine Hand an den Ball. Wenig später war er dann machtlos: Alexander Donnelly Tjivera traf per Traumtor zum 1:1. Er schlenzte den Ball aus rund 20 Metern perfekt in den Winkel. „Ich war nicht überrascht, dass ihm so ein Treffer gelingt. Alex ist einfach ein astreiner Fußballer, der in dieser Saison schon einige Tore aus dieser Kategorie erzielt hat“, lobte ihn sein Trainer.

Elfmeter gleich zweimal vergeben

Anschließend entwickelte sich ein offenes Spiel mit vielen Großchancen auf beiden Seiten. Zehn Minuten vor der Pause bekamen die Hainberger die beste Gelegenheit zur Führung. Nach einer RSV-Ecke eroberten die Gäste den Ball und schalteten blitzschnell. Tjivera leitete den Konter ein und holte auf der anderen Seite des Feldes einen Elfmeter heraus – ein Fall für Paavo-Maximilian Gundlach.

Der SCH-Kapitän setzte den Ball in die untere linke Ecke. Dorthin tauchte auch Rohleder ab und hielt. Die Freude aufseiten der Hausherren währte jedoch nur kurz. Der Strafstoß musste wiederholt werden, weil sich der RSV-Keeper zu früh von der Linie gelöst hatte. Den zweiten Versuch setzte Gundlach am linken Pfosten vorbei. „Ich glaube, er hat die ganze Saison noch keinen Elfer verschossen, und heute gleich zwei. Aber manchmal hat man eben solche Tage, das kann passieren“, sagte Hille.

Torhüter muss nach zu vielen Sprints raus

So ging es mit einem 1:1 in die Kabinen. Zum Wiederanpfiff gab es eine Überraschung auf der Torwartposition bei Geismar. Der bis dahin stark spielende Rohleder blieb draußen. Durch ihn hatten vor allem die langgeschlagenen Bälle der schnellen Hainberger nicht zum Erfolg geführt. Der Torhüter hatte mehrfach in Manuel-Neuer-Manier seinen Sechzehner verlassen und war den gegnerischen Stürmern zuvorgekommen. „Er war vorher schon leicht angeschlagen. Durch die vielen Sprints hat die Wade dann irgendwann zugemacht“, erklärte Ahl den Wechsel.

Sein Ersatz Felix Leon Steppack lieferte ebenfalls ein ordentliches Spiel ab. Beim zweiten Tor des SCH traf ihn keine Schuld. Erneut liefen seine Vordermänner nach eigener Ecke in einen Konter. Tjivera schickte Bela Noe per Außenristpass auf die Reise. Dieser behauptete im Strafraum den Ball und legte auf den heraneilenden Leighton Ceinwen Mc Galty, der nur noch den Fuß hinhalten musste (63.).

Die Gastgeber gaben sich aber nicht auf und wurden selbst immer wieder gefährlich – vor allem durch ihre langen Einwürfe. Nachdem Daube einmal mehr einen Ball aus 30 Metern in den Strafraum bugsiert hatte, landete der Schuss von Torben Frederik Lemmer am Arm von Edward Obilici. Der Schiedsrichter entschied sofort auf Strafstoß. Anders als auf der Gegenseite ließ Geismar sich die Chance nicht entgehen. Niclas Pfeifenschneider verwandelte zum Ausgleich.

„Wir haben niemanden im Team, der so werfen kann. Deswegen können wir solche Situationen auch nicht simulieren und wirken dabei oft ungeordnet“, erklärte Hille, der in der letzten Minute der Nachspielzeit noch einmal tief durchatmen musste. Nachdem Noe in eigener Hälfte einen falschen Einwurf ausführte, landete der Ball wieder in Daubes Händen. Diesmal konnte SCH-Keeper Justus Mühlhausen den Ball aber herunterpflücken. Es war die letzte Aktion des Spiels.

Quellenangabe: Göttinger Tageblatt vom 10.03.2026, Seite 23

28.02.2026

Derby zum Rückrunden-Auftakt: Hainberg empfängt Niedernjesa

Sonntag, 15:30 Uhr Jahnstadion: Hainberg aktuell trifft auf Hainberg-Ex

Christian Dreher trifft morgen auf seinen Ex-Verein mit seinen Freunden aus gemeinsamen A-Jugend-Zeiten Klaus Kolb (Mitte), Betreuer der Ersten, und deren Coach Olli Hille

(rm) Der Fußball in der Bezirksliga rollt wieder an, auch beim SC Hainberg. Gut 10 Tag nach der großen Schneeschmelze präsentiert sich der Rasenplatz auf den Zietenterrassen schon in erstem zartem grün. Gespielt wird aber am morgigen Sonntag (ab 15:30 Uhr) auf dem dunkelgrünen Kunstrasenplatz im Göttinger Jahnstadion.

Dabei kommt es zu einer interessanten Begegnung. Die Hainberger empfangen den Lokal-Nachbarn aus Niedernjesa. Zweiter gegen Dreizehnter heißt die sportliche Seite. Hainberg möchte den Abstand auf  den Tabellenführer Landolfshausen/ Seulingen verkürzen, Niedernjesa den Abstand zum ersten Abstiegsplatz vergrößern.

Noch interessanter ist die personelle Konstellation der Partie: Bei den „Kanarios“ spielen eine Reihe von Spielern mit Hainberger Vergangenheit: Niclas Becker, Marvin Oetzel, Pourya Hosseinjani, Maciej Mundkowski, Niklas Pfitzner, Max Walter, Drilon Berisha, Roberto Schipper  und Eike Linne spielten alle mal beim Zietenclub.

Dazu kommt seit zwei Wochen das Trainer-Comeback von Christian „Spagetti“ Dreher, der nach dem Rauswurf von Björn Nolte übergangsweise wieder an der Seitenlinie steht. Die Reaktivierung des Erfolgscoaches, der Niedernjesa von der 1. KK in die Bezirksliga führte, bringt ihn morgen mit seinem langjährigen Trainerpartner der Hainberger A-Jugend, Oliver Hille zusammen. Vier Jahre lang entwickelten sie von 2011 bis 2015 zusammen den ältesten Jugendjahrgang. Insgesamt war Dreher elf Jahre lang Jugendtrainer beim SCH. Hille ist in seinem 15. Jahr (den JFV 37 eingerechnet) als Juniorcoach tätig.

Dass so viele Ex-Hainberger in Niedernjesa spielen, ist sicher der Verdienst von „Spagetti“ und seinem langjährigen Co-Trainer Martin Schiller (natürlich auch Ex-Hainberger).

Mit welchem Kader Dreher morgen in Göttingen antritt war aktuell nicht zu erfahren. Trainer Hille und sein Partner Timm Wünsch können zwar nicht aus dem Vollen schöpfen, werden aber „ein gutes Team zusammenhaben“ so Olli Hille.