08.12.2019

„Seid kreativ“: Tipps für erfolgreiche Vereinsarbeit

Stadtsportbund organisiert Pilotprojekt beim SC Hainberg: Expertengespräche und Workshops zu Rechtsfragen, Finanzierung, Ehrenamt oder Digitalisierung

WS-Tag des Statdsportbundes in den neuen Räumen des SC Hainberg

Von Markus Scharf, Göttingen.GT vom 25.11.2019

„Wenn es uns Idioten nicht geben würde, könnte Vereinsarbeit nicht funktionieren.“ Jörg Lohse, Vorsitzender des SC Hainberg, sagte diesen Satz vor mehr als 100 Funktionären und Trainern südniedersächsischer Sportvereine, die am Sonnabend in seinem Vereinsheim zusammengekommen waren. Der Göttinger Stadtsportbund (SSB) und der Landessportbund (LSB) hatten zur ersten Sportvereinsmesse geladen.

Tatsächlich sollte die Veranstaltung dazu dienen, die Arbeit der mehrheitlich ehrenamtlichen „Idioten“ zu professionalisieren, zu inspirieren oder auch schlicht einfacher zu machen. Vorträge, Workshops und Expertengespräche deckten dabei nahezu alle Themenbereiche ab, die im Vereinsalltag eine Rolle spielen könnten oder sollten: Wie lassen sich Integration, Jugendarbeit oder Gesundheitsförderung intensivieren? Welche Wege der Finanzierung gibt es? Wie kann moderne Vereinsverwaltung und -Kommunikation aussehen?

Die Idee zu dem Projekt, das im Falle eines Erfolgs landesweit in anderen Städten kopiert werden soll, hatte eine Gruppe von Menschen um Klaus Brüggemeyer, Referent für Vereins- und Organisationsentwicklung beim SSB. Er wollte den Verantwortlichen vorrangig aus kleinen und mittelgroßen Vereinen ein Forum bieten, um sich auszutauschen und neue Ideen zu sammeln. Um den Mehrwert möglichst konkret zu gestalten, hatte sich der SSB weitere Akteure ins Boot geholt: Neben dem LSB waren das unter anderem die Sportregion Südniedersachsen, die Freiwilligenagentur und das Entwicklungspolitische Informationszentrum (Epiz).

Mehr als 40 Vereine nahmen das Informationsangebot gerne an. Die neun Kurzworkshops waren ebenso gut besucht wie die einleitenden Vorträge von drei Vereinsvertretern. So berichtete Thomas Kossert vom Mündener Ruderverein über dessen kleine Erfolgsgeschichte. Dem Spartenverein sei es geglückt, aus einem witterungsbedingt saisonalen Sport ein ganzjähriges Angebot zu stricken. Ein Blick auf die Belegungszeiten im Mündener Bootshaus bestätigt: Hier ist immer was los. Geglückt sei das laut Kossert durch einen kreativen Umgang mit den eigenen Möglichkeiten.

So wurde beispielweise aus den ursprünglich nicht sonderlich beliebten Ergometern ein Publikumsmagnet. Der Verein organisiert Challenges für Läufer oder Trockenruderer und verzeichnet dadurch wachsende Mitgliederzahlen. Zudem wandte man sich neuen Themenfeldern wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Qualifizierung zu, was ebenfalls für gute Resonanz gesorgt habe. „Dabei haben wir unseren Markenkern – das Rudern – keinesfalls aus den Augen verloren. Die vergangene Saison war eine der erfolgreichsten der Vereinsgeschichte“, schloss Trainer Kossert stolz.

Auch der Dransfelder SC ließ sich am Sonnabendvormittag ein wenig in die Karten schauen. Vorstandsmitglied Friedrich-Georg Rohkop erklärte, was sich in den vergangenen Jahren in der Vereinsarbeit verändert habe. So habe der siebenköpfige Vorstand beispielsweise an der internen Kommunikation und der Danke-Schön-Kultur gearbeitet. Statt Urkunden und Anstecknadeln gebe es heute individuelle Schreiben und kleine Geschenke. Auch die Anwerbung von Mitarbeitern, der Umgang mit Sponsoren oder die Offenheit gegenüber neuen Themen sei moderner geworden. Man habe früher gedacht, so ein Verein laufe schon irgendwie von allein. „Das stimmt so nicht mehr.“

Für Hausherr Lohse war die Sportvereinsmesse schließlich eine willkommene Gelegenheit für ein wenig Werbung in eigener Sache. Er erinnerte nicht nur an die gelungene Rolle seines SC Hainberg bei der Integration der Geflüchteten, die 2015 auf dem Vereinsgelände untergebracht waren. Er erzählte auch von der Renovierung des Vereinsheims, in dem Messe stattfand, und deren Finanzierung. Viele Vereine hätten schon genug damit zu tun, sich selbst zu verwalten. Es sei allerdings weitaus befriedigender, immer etwas Neues zu schaffen. Sein abschließender Appell an die Kollegen könnte glatt als Motto der ersten Sportvereinsmesse durchgehen: „Seid kreativ.“

24.11.2019

"Ehrenamt überrascht!" Gustav Bode

Auszeichnung auf der Vereinssportmesse des Stadtsportbundes

Gustav Bode, 2.v.l. und seine Gratulanten

(rm) Die Überraschung war dem Stadtsportbund Göttingen gelungen. Im Rahmen seiner Sportvereinsmesse in den Hainberger Veranstaltungsräumen überraschten Geschäftsführer Klaus Brüggemeyer und der stellvertretende Vorsitzende Dieter Hildebrandt Hainbergs dienstältestes Vorstandsmitglied Gustav Bode mit einer Ehrung.

Unter dem Titel „Ehrenamt überrascht!“ zeichneten sie Hainbergs Mann für die Finanzen für sein Engagement beim Zietenclub aus, das 1981 in seiner Studentenzeit als Vereinsmitglied begann. Als Spieler für die 2. Mannschaft angemeldet, fand sich Gustav auf Wunsch von Akke Jäger nach drei Wochen als Spielertrainer wieder.

Nach Ende des Studiums arbeitete Gustav von 1987 – 1989 hauptberuflich als Sportlehrer auf ABM--Basis beim damals noch jungen Verein im Göttinger Ebertal, bevor er ins Lehramt an einer Grundschule wechselte. Seit 1995 ist Gustav als Geschäftsführer bei den Hainbergern das organisatorische Herzstück des Vereins. Dies und einiges mehr fand sich denn auch in der Laudatio von Hainbergs Gründungsmitglied Richard Jankowiak wieder.

„Da wir ja nun auch einen Fahrstuhl zu meinem Büro haben, können es noch ein paar Jahre werden!“ blickte Gustav in die Zukunft und freute sich über die Geschenke und das Glückwunsch-Banner, das einen Platz zu Hause finden wird.

23.06.2019

Sportjugend Göttingen zeichnet Hainberger Talente aus

Johann Behrendt, Max Hobrecht, Florian Härtel und Luc Dettmer geehrt

Florian, Johann und Max (vorn Bildmitte v.l.) im Kreise ihrer Mitspieler und Trainer der B-Junioren

(red) Gleich vier junge Hainberger wurden vom Stadtsportbund Göttingen als Soziale Talente ausgezeichnet. Ausschlaggebend für die Ehrung war das Engagement von Johann Behrendt, Max Hobrecht, Luc Dettmer und Florian Härtel als Jugendtrainer.

Die vier Jugendspieler habe allesamt im Winter die Trainerlizenz erworben und trainieren im E und D-Bereich. Vorreiter war dabei Max, der schon 2018 seinen Trainerschein gemacht hatte.

„Die Jungs sind klasse, haben klare Ziele und Vorstellungen von ihrer Trainertätigkeit und sind mit ihren Teams erfolgreich!“ freut sich Jugendleiter Roman Müller über die Juniorcoaches. Zur Nachahmung sehr zu empfehlen!